Achtsamkeit

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit oder der englische Begriff Mindfulness werden häufig mit Meditation gleichgesetzt. Meditation stellt zwar eine sehr wirksame Praxis der Achtsamkeit dar, doch geht Achtsamkeit weit darüber hinaus. John Kabat Zinn (einer der bekanntesten Wissenschaftler im Bereich der Achtsamkeit und Gründer des Center of Mindfulness in Medicine, Health Care and Society) beschreibt Achtsamkeit als eine Form der Aufmerksamkeit, die

- absichtsvoll

- sich auf den gegenwärtigen Moment beziehend

- und nicht wertend ist.


Was bringt Achtsamkeit?

Wer Achtsamkeit praktiziert wird die positiven mentalen Effekte schnell selbst merken. Das regelmäßige Ausführen von Achtsamkeitsübungen führt nachweislich zu geringerem Stresserleben. Dies und andere positive Einflüsse, wie  ein besseres Arbeitsgedächtnis, erhöhte Aufmerksamkeit, bessere Umgang mit Emotionen und Beziehungen zu anderen, weniger Angstzuständen und ein besserer Umgang mit physischem Schmerz, konnten mittlerweile in zahlreichen Studien belegt werden. 


Was passiert im Körper?

Neben den mentalen Verbesserungen durch Achtsamkeitsübung konnten auch zahlreiche Veränderungen auf physiologischer Ebene festgestellt werden. Vor allem im Zusammenhang mit Stress scheint die verringerte Ausschüttung von Cortisol an der HPA-Achse (das Zentrum der Entstehung des Stresshormons) eine essentielle Rolle zu spielen. Es konnten sogar strukturelle und funktionelle positive Veränderungen durch Achtsamkeitsübungen im Gehirn festgestellt werden. Dies wird unter anderen auf die Zunahme der grauen Masse (also der Nervenzellen in Arealen, die wichtig für die oben genannten Prozesse sind) zurückgeführt. Kurzfristig und langfristig kommt es  außerdem zu einer Reduktion der Herzrate und des Blutdrucks. Das wiederum senkt unser Herzinfarktrisiko und die Wahrscheinlichkeit, an vielen stressbedingten Krankheiten zu leiden.

Hier zu sehen: Signifikante Zunahme der grauen Masse im linken Hippocampus (der unter anderen mit dem Gedächtnis assoziiert ist), in der Gruppe, die ein Achtsamkeitstraining bekam (MBSR).

(Hölzl et al., 2011)